Juni 07 Rhein/Mosel

Der besondere Fahrbericht
von Marc 
Nachdem ich Donnerstag Nacht mit dem Lernen fertig war, schlenderte ich noch einmal durch CP, und
wühlte mich durch die anghäuften neuen Posts in den diversen Threads - was lese ich da? Ferrari Aus-
fahrten NRW? NRW? Da wohnst du doch auch? Hm - mal reinschauen....

.... Udo R. fragt, ob sich einige Ferraristi einer kurzen Ausfahrt anschliessen möchten - Datum: 8.7.2007
- hm - da sind die ersten Klausuren vorbei, und Fragen kostet bekanntlich nichts ;-) Also habe ich kurzer
Hand Udo angeschrieben, und ihn gefragt, ob noch ein Beifahrersitz frei ist. Zu meiner grossen Freude
bekam ich schon bald eine positive Antwort 

Am Sonntag durfte ich also tatsächlich an einer Ferrariausfahrt teilnehmen! Morgens um 11  trafen wir uns
dann am Bonner Verteiler, und mir fielen sofort die roten Schönheiten auf! Liebevoll gepflegte Fahrzeuge
reihten sich nebeneinander auf. Auf den 2. Blick fiel einem dann auf, dass eines der Fahrzeuge sich wohl
nur da rein gemogelt hat, und nur der Farbe nach zu den anderen passte  Eine rote Corvette C6 - Nagelneu!
Der Besitzer vermisste seinen 360er anscheinend nicht wirklich, und liess alle anderen wissen, wie zufrieden
er mit der Corvette ist. Wiedereinmal bestätigt sich für mich die These: Mit der C6 hat Chevrolet einen
wirklich guten Wurf gelandet!

Aber ich war ja nicht wegen des Fahrzeuges aus Detroit hier, sondern wegen der Schätzchen aus
Maranello! Was durfte ich hier bewundern? Udo's 348 Spider, einen 348, einen 308, einen Mondial
und 4 328! Die 328 sind für mich immer noch mit die schönsten Ferrari, nach dem 288 GTO natürlich!
Ob es an Tom Selleck liegt, dessen auftauchen ich die ganze Zeit erwartete? Irgendwie sind die Kind-
heitsträume doch die, die auch später im Leben immer wieder die Definition von Traum ausmachen ;-)







Los gings - ab auf die A555 Richtung Bonn - immer wieder zuckten und wuselten die 9 roten Flitzer über die 3-spurige Autobahn. Herrlich dieser Sound aus den Endrohren der V8 Grazien - einzig flüsterleise war hingegen nur die Corvette. Die Sonne meinte es gut mit uns! Da ich in Udos Spider Platz nehmen durfte, wurde mir bald bewusst, dass ich meine Cappi vergessen hatte, und freute mich schon gegen abend meine Stirn farblich den Fahrzeugen anpassen zu dürfen 

Von Bonn aus fuhren wir Richtung Meckenheim, und mussten plötzlich feststellen, dass nur noch 2 Fahrzeuge
vorhanden waren - was war geschehen? Unfall? Defekt? Der 2te 348er ging anscheinend einfach auf der Autobahn aus, und liess nach dem Neustart aus einer Auspuffseite wohl nur noch blauen Dunst ab :-( Hm - damit ist leider nicht zu spassen, sodass für die Besatzung dieses stolzen 348ers die Tour bereits nach wenigen Kilometern auf der Pritsche des ADAC endete  Von hier aus meine besten Genesungswünsche!

Für die 8 übrigen Fahrzeuge durfte die Fahrt aber nun weitergehen! Über Königsfeld und Niederzissen ging
es parallel zur A61 gen Mosel. Welche schönes Fleckchen Deutschland! Udo und ich wurden uns schnell einig, dass Deutschland ob seiner malerischen Landschaften viel zu oft unterschätzt wird! Es ist doch immer wieder ein Traum zu entdecken, dass man nicht in die Toscana oder die Provence muss, um einfach nur schöne Landschaften zu geniessen! Aber wir waren ja nicht nur wegen der Landschaft unterwegs, also  zeigte mir Udo, wie man diesen Drehzahlwundern ein wenig die Sporen gibt! Wohl dosierte Zwischensprints zauberten uns immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Der Sound aus den 4 Endrohren war einfach herrlich!

8 Rote Fahrzeuge wälzten sich durch die Landschaft und die Ortschaften - so manch ein Passant zählte laut mit! An der Mosel fuhren wir ein Stückchen Stromaufwärts, und man merkte, dass es einigen Ferraristi gewalltig im Fuss juckte - Verkehr verhinderte leider allzugrosse Beschleunigungsorgien. Was war der grund für die aufkommende Nervösität im Fahrerfeld? Hm - einige Fahrzeuge zuckten kurz, als ob sie sofort in eine Parklücke einscheren wollten, aber es ging ja weiter, noch waren wir nicht am Ziel unserer Reise - hm - mein Magen meldet sich, und ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, woher diese Nervosität kam - 13.30 Uhr! In einer halben Stunde ist der Start zum Grossen Preis von England! Welcher Ferraristi kann sich dieses entgehen lassen? Also hofften wohl einige Fahrer, dass unser ziel wenigstens über eine Grossbildleinwand oder ähnliches verfügt.
Bei Brodenbach verliessen wir dann das Moseltal und fuhren hinauf gen Gondershausen - wiedereinmal machte es grossen Spass diese Fahrzeuge auf kurvigem Geläuf zu geniessen. In Gondershausen bogen wir dann ab ins Baybachtal - wo will Peter unser Routenexperte hin? Diese Strasse war nicht viel mehr als ein asphaltierter Feldweg - hm - Udo vertraut Peter, und so fuhren wir einfach hinter her ;-) Wald - Asphaltierter Feldweg - 3 Meter breit - Sackgassenschild? Hm - wir ahnen Böses, und so kam es dann auch - Gegenverkehr! Ferrari: Tief! Breit! Nicht geländegängig! Asphaltband: Schmal! Rechts: Böschung! Links: Abhang! Randstreifen: Morast! Also was nun - nach wildem Zurück- gesetze und dank der Aufopferung der entgegenkommenden Fahrzeuge ein wenig tiefer in den Morast zu fahren, kamen wir schliesslich im Tal bei einer Gastwirtschaft mit angeschlossener Forellenzucht an!
Alle freuten sich auf den Formel 1 Start - wir hatten noch 2 Minuten Zeit! Also schnell Parken und die Grossbildleinwand suchen! Wie? Wo? Was? Kein DVB-T? kein Satellitenempfang? Tja - diese Nachteile bringt ein tiefes Tal eben mit sich! Hm - dann wenigstens den Sport1 Live Ticker auf dem UMTS-Handy verfolgen! Ihr wisst was kommt? Richtig! Handynetz Null! Also musste Formel 1 für uns Heute Abend auf DSF statt finden. Aber auch sonst war die Technik in diesem Tal nicht wirklich ausgereift, wenn auch die Bestellaufnahme mit einem PDA sehr fortschrittlich erschien, so war die Umsetzung eher Unge-nügend als Mangelhaft! Manche Dinge kamen garnicht - manche Dinge kamen doppelt! Bitte nachbessern ;-)



Gut gestärkt machten wir uns dann wieder auf den Weg durch den Wald - natürlich wieder Gegen-verkehr. In Emmelshausen verabschiedeten sich dann einige Fahrzeuge auf die Autobahn, sodaß
sich eine leicht kleinere Gruppe richtung Rheintal aufmachte. Über die B9 durch Koblenz in Richtung
Bad Breisig zur Fähre!







Fähre? Geht das gut? Ferrari und Fähre fangen zwar beide mit F an, aber eigentlich sind die Fährrampen für Ferraris ein unüberwindliches Hinderniss! Aber selbst daran hatte Peter gedacht, und eine der wenigen sportwagentauglichen Autofähren herausgesucht.







Weiter gings ins Kasbachtal zur Steffes-Brauerei. Auch die Auswahl dieser Lokalität war wieder sehr gelungen! Wir durften mit den Ferraris direkt auf dem Innenhof der Brauerei parken, und waren
daher eine willkommene Attraktion für die anderen Gäste.



Nach einigen angenehmen PS-Gesprächen löste sich die Gruppe nun langsam auf, und Udo brachte mich wieder zum Bonner Verteiler, nicht ohne mir vorher noch einmal zu zeigen wie man mit einem offenen Ferrari dem Regen davon fährt. 

Vielen Dank an Udo, dass er mich zu diesem tollen Trip mitgenommen hat!
Vielen Dank an alle die dabei waren! Ich habe einen wunderschönen Tag mit euch verlebt!

P.S.: Formel 1 fiel dann leider vollends ins Wasser, da das DSF statt Formel 1 nur Fia GT zeigte ;-)